Herrnhuter Losungen

Dienstag, 17. September 2019
Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Lass sie aufstehen; lass sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not!
Jesus stand auf und bedrohte den Wind und das Meer; und es ward eine große Stille.

Kinderheim „Hoffnung“ in Krupskoe bei Kirovograd/Mittelukraine


Bei unserer ersten Missionsreise trafen wir mit den Ältesten verschiedener Gemeinden zusammen, die uns über die zurückliegende Verfolgungszeit und die jetzige Situation unterrichteten. Wir besichtigten hierbei das in der Zeit der Verfolgung erbaute Gemeindehaus und erfuhren Näheres über die durchlittenen Nöte der Geschwister. Weil wir aus Deutschland kamen, fuhren die Brüder mit uns zu einer ca. zwölf Kilometer entfernten ehemaligen deutschen Siedlung, ursprünglich „Altdanzig“ genannt. Vor über hundert Jahren waren Christen lutherischen Glaubens von Danzig/Ostpreußen nach Kirovograd umgesiedelt worden. Hier lernten wir die letzten dort noch lebenden Aussiedler, meist 80- bis 90-Jährige, kennen.

Dort erfuhren wir auch, dass an dem nahegelegenen Fluss die ersten Christen der Ukraine getauft worden seien. Die hochbetagten Aussiedler erzählten uns, dass die Ortskirche damals von den Kommunisten abgebrochen und das Baumaterial zum Häuserbau der Parteiführer missbraucht worden sei.

Nach neuesten Informationen, so berichteten die deutschen Siedler, plane eine fragwürdige Religionsgesellschaft hier ein eigenes Zentrum zu errichten. Uns wurde deutlich: Gott hatte an diesem Ort schon durch die Taufen und die gläubigen Siedler sein Werk begonnen, aber auch die andere Seite war nicht zu übersehen – Verfolgung und drohende Verführung. Uns wurde im Gespräch mit Gott und den Brüdern schnell klar: Hier musste ein christliches Kinderheim entstehen. Die Verhandlungen mit dem Bürgermeister des Dorfes, dem Kreisdirektor und seinen Fachleuten führten schließlich zu guten Ergebnissen: Die zuständigen Behörden waren bereit, uns ein über 30.000 Quadratmeter großes und am Fluss gelegenes Hanggrundstück als Bau- und Wirtschaftsgelände zu überlassen. Viele Jahre wurden einzelne Parzellen dieses sehr begehrten, sonnigen Baugeländes nicht veräußert.

Wir staunten und waren voller Dank, dass schließlich uns dieses schöne Gelände zufiel, um dort ein Heim für Waisenkinder zu errichten und damit ein neues Segens- und Missionsfeld zu erschließen.

Unser Kinderheim in Krupskoe
Schon von klein auf behüten und bewahren
Frohes Kindertreiben! Kindliche Spielgemeinschaft

 

Ausgerechnet in der Nähe dieser deutschen Siedlung und eines von deutschen Christen mitbegründeten Kinderheims entstand vor wenigen Jahren ein großer deutscher Soldatenfriedhof, auf dem über 15.000 gefallene Soldaten ihre letzte Ruhe finden sollten.

Die Größe des Heims und das ausgezeichnete Gelände bieten ausreichend Platz für die Betreuung von über 20 Waisen. Die Ausstattung der Räume für die kreative Betätigung der Kinder sowie die vielseitigen Sportund Spielanlagen geben den Kindern Raum für gute Entfaltungsmöglichkeiten. Eine ca. 25 ha umfassende Landwirtschaft mit Viehzucht (Rinder, Schweine, Hühner, Gänse) bietet den Kindern viel Abwechslung und ein reiches Betätigungsfeld.

Der Gewinn aus der Landwirtschaft soll diesen Kindern bzw. der Unterhaltung des Heims zugutekommen.Wir freuen uns immer wieder, wenn wir unsere Heimkinder in gewissen Zeitabständen besuchen, mit ihnen persönlichen Austausch pflegen, das Wort Gottes lesen und mit ihnen singen und beten können. Viele haben schon bekannt, gläubig zu sein, und ihr Leben mit dem Herrn Jesus Christus zu führen. Sie besuchen die öffentlichen Schulen der Umgebung und nehmen regelmäßig an den Veranstaltungen der nächstliegenden christlichen Gemeinde teil. Einige Jugendliche absolvieren bereits in der Stadt Kirovograd eine Berufsausbildung. Dort werden sie in einer Wohngemeinschaft betreut. Das Heim hat allgemein einen guten Ruf und ist ein Segen für die Umgebung.

 

Missionsgebiet am Schwarzen Meer


Durch persönliche Kontakte mit Christen aus Odessa und die ersten Hilfsgütertransporte konnten wir bei unserer ersten Reise gleich einige Gemeinden dieser Großstadt kennenlernen. Der gemeinsame Wunsch, das Werk des Herrn auf vielerlei Weise zu fördern, veranlasste uns auch hier zur Unterstützung der Missionsarbeit, zur Gründung von Gemeinden, zum Aufbau von Gebetshäusern und nicht zuletzt zur Errichtung eines Kinderheimes.


Kinder- und Jugendheim Odessa


Anfang der 90er Jahre erreichte uns ein Anruf aus Odessa, bei der Einrichtung eines Kinderheims mitzuhelfen. Die Stadtverwaltung stelle hierfür ein Gebäude und ein größeres Grundstück zur Verfügung. Sofort begannen die Brüder mit dem Aufbau.

Das betreffende Haus glich mehr einer Ruine: Fenster und Türen waren herausgerissen und die Zwischenwände als Baumaterial für andere Häuser abgetragen worden. Kaum war der unterste Stock fertiggestellt, wurden schon die bisher betreuten Straßenkinder gesammelt, verpflegt und mit dem Evangelium und der Liebe Gottes vertraut gemacht. Schon bald darauf konnten die ersten Schulklassen unterrichtet werden, während dererste Stock hergerichtet wurde.

Die weitere Ausgestaltung und pädagogische Leitung wurde der Fürsorge einer in nächster Nachbarschaft entstandenen größeren bibeltreuen Gemeinde übergeben. Inzwischen werden seit Jahren über 40 Kinder und Jugendliche betreut und unter Gottes Wort in ihrer Weiterentwicklung gefördert.