Herrnhuter Losungen

Montag, 22. Juli 2019
Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich.
Wir begehren, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende.

Evangelium Gottes in der Türkei


Auch in diesem muslimischen Land hat Gott in allen Regionen seine treuen Zeugen.

Zwei unserer Brüder z. B. bemühten sich schon vor etlichen Jahren, Gottes Wort, die Botschaft des Heils, in osttürkischen Provinzen weiterzugeben.

Sie verteilten Evangelien, Kassetten und Traktate. Auch sangen sie, begleitet von Gitarre und Trompete, Evangeliumslieder in Schulen und auf Plätzen, so oft sich die Gelegenheit ergab.

An einer Tankstelle übergaben die Brüder einmal dem Tankwart eine Missionskassette mit der Evangeliumsbotschaft in kurdischer Sprache. Dieser alarmierte sofort die Polizei.

Beim Durchsuchen des Fahrzeugs wurden viele Johannesevangelien, Traktate und auch Audiokassetten entdeckt, worauf die sofortige Verhaftung erfolgte.

Wochenlang arbeiteten wir vergeblich, die verschollenen Brüder ausfindig zu machen, um schließlich, nach dem ersten Lebenszeichen, um ihre Freilassung zu kämpfen.

Unser persönliches Erscheinen in der deutschen Botschaft in Ankara war völlig erfolglos. Wir wurden dort vom deutschen Botschafter gewarnt, widerrechtlich die beiden Gefangenen im türkischen Osten aufzusuchen. Völlig auf die Hilfe Jesu, unseres Herrn, angewiesen, konnten wir schließlich doch mit Taxi, Flugzeug und Bus das Staatsgefängnis erreichen und uns durch mehrere Polizeikontrollen Zugang verschaffen, um bis zum Sprechzimmer des „zufällig“ abwesenden Gefängnisdirektors vorzudringen.

Dort gab es als Ausnahmeerlaubnis ein kurzes viertelstündiges Wiedersehen mit den gefangenen Brüdern. Wir machten Interviews, tauschten Informationen aus und erzählten den Brüdern von unserer Forderung auf ihre sofortige Freilassung.

Noch am gleichen Tag machte der später zurückgekehrte Gefängnisdirektor furchtbare Szenen, weil die Polizei den verbotenen Zutritt eines deutschen Besuchers zugelassen hatte. Unsere Freude war groß, unsere Brüder nach vielem Hoffen und Bangen endlich wiedersehen zu können.

Die kurzfristig geöffnete Tür, trotz strengen Zutrittsverbots, war für uns ein Wunder und zweifellos die Erhörung unserer Gebete.

Unsere Teilnahme an der bald folgenden Gerichtsverhandlung wurde abgelehnt, dennoch endete das Gerichtsverfahren kurze Zeit später mit Freispruch, Haftentlassung und Landesverweis.

Der türkische Rechtsanwalt, der ursprünglich eine sehr hohe Summe für seine Dienste forderte, musste schließlich, abgesehen von einer kleinen Anzahlung, auf seine große Honorarforderung verzichten.

Noch heute sind wir mit mehreren Familien in der Osttürkei herzlich verbunden und können so an ihren Nöten und Verfolgungen Anteil nehmen.

In anderen Städten nutzten wir nach einem Erdbeben die Gelegenheit, Hilfe und Gottes Wort gemeinsam mit anderen Christen weiterzugeben.

Unsere Freunde in verschiedenen Städten und Regionen dieses Landes freuen sich, wenn sie Ermutigung und geistliche Gemeinschaft erfahren.

Die Christen der Türkei haben keinen leichten Stand – es herrscht erhebliche Verfolgungsgefahr. Sie bedürfen besonders unserer persönlichen Zuwendung und Liebe, unserer Fürbitte und tatkräftigen Unterstützung.