Herrnhuter Losungen

Montag, 18. November 2019
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?

Sergej C. aus Westsibirien – Kriminalität und Drogensucht


Schon 1990/1991 fanden wir unseren Bruder Sergej C. in einem der großen Straflager der Republik Komi/Taiga im Norden Russlands. Nach seinem Zeugnis traf er hinter Stacheldraht zum ersten Mal in seinem Leben auf einen gläubigen Gefangenen, der wegen seines Glaubens eingesperrt war.

Er, der bereits viermal vor dem Richter gestanden hatte, hörte schließlich von diesem Jünger Jesu klar und deutlich die Einladung zur Bekehrung. Durch zusätzliche Bestrafungen im Gefangenenlager (Karzer/Strafzelle) fühlte er sich später ganz zerbrochen. Verzweifelt und am Ende mit sich war er nun bereit, vor Gott zu kapitulieren, seine Sünden zu bekennen und zu bereuen, um Gnade zu bitten und den gekreuzigten Heiland und Herrn Jesus Christus in sein Leben aufzunehmen.

Sergej durfte durch Vergebung und Gnade und die Übergabe seines Lebens an Jesus, den auferstandenen Herrn, endlich Frieden finden: Frieden mit dem heiligen und gerechten Gott, aber auch Frieden in seinem eigenen Herzen und Gewissen. Er konnte sich freuen, nun ein Eigentum Jesu zu sein, erkauft durch das Blut des Herrn am Kreuz.

Von Jahr zu Jahr trafen wir uns im Straflager der russischen Taiga, lernten uns näher kennen, pflegten herzliche Gemeinschaft unter Gottes Wort, Gebet und Lobgesang. Wir konnten der kleinen Herde der gläubig gewordenen bzw. wiedergeborenen Brüder für ihr lebendiges Lagerzeugnis eine Gitarre und eine kleine elektronische Orgel bereitstellen.

Mit Eifer lernten sie nun mehr und besser zu singen, Gitarre und Orgel zu spielen. In all den Jahren im Straflager vergaßen sie nicht, Gottes Wort zu studieren, fingen an, selbst Lieder zu texten und zu komponieren und sie auch ihren gefangenen Kameraden vorzusingen.