Herrnhuter Losungen

Montag, 14. Oktober 2019
Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen.
So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Kleine Anfänge – erste Schritte


In vielen Begegnungen der letzten Jahre mit einzelnen Personen, auch mit gestrauchelten Menschen, sowie Nichtsesshaften, Suchtabhängigen, Asylanten u.a. war unübersehbar, wie sehr sie auf persönliche Zuwendung, Hilfe und Zuspruch angewiesen waren.

Nicht nur materielle, stationäre oder medizinische Hilfe war gefragt. Das seelische Gleichgewicht fehlte, die Geborgenheit, der innere Friede. Durch die biblische Botschaft der Versöhnung und der Liebe Gottes in Wort und Tat konnten viele zu neuer Orientierung und Lebensausrichtung finden.

Erneut sahen wir, wie dringend notwendig die Ausbreitung des Evangeliums durch helfende und betende Hände zu geschehen hatte. Diese Erwägung führte vor über 25 Jahren zur Gründung eines kleinen Missionsvereins „Zisterne e.V.“

-> „Zisterne“: Sammelbecken von lebensnotwendigem Trinkwasser, wie es sie schon im alten Israel gab. Abhängig vom Zufluss von oben (nicht von Spendenwerbung) wollen wir Gottes Gaben und Segen im Glauben weiterreichen. Über die Jahre hinweg staunen wir, dass diese Quelle nie versiegt.

Diese Arbeitsgemeinschaft sollte außer dem Missionsziel auch der Durchführung von z.B. Hilfsgütertransporten, Armenspeisungen sowie Schaffung verschiedenster Pflegeeinrichtungen dienen.


Weitere Dienste

 

Mit der Arbeit vor Ort wuchs auch unser Wunsch, immer mehr Menschen zu erreichen. Allein durch die Telefonmission konnten im Lauf der Jahre Tausende angesprochen werden.

Zahlreiche Menschen ließen sich zu Missionsvideofilmen (Krankenhaus) und öffentlichen Konzertveranstaltungen einladen, wozu unter anderem auch die dementsprechenden Zeugnisse in der Tagespresse beitrugen.

 

Fernfahrten/Hilfsgütertransporte

 

Vor dem Fall der Berliner Mauer 1989 waren unsere illegalen Bibeltransporte in die Länder der damaligen Sowjetunion nicht ganz ungefährlich.

Nach 1990 dehnten sich diese Fahrten erheblich aus. Nach und nach transportierten wir nun: Bekleidung, Lebensmittel, medizinische und technische Geräte etc. in größeren Mengen nach Russland, Lettland, in die Ukraine, nach Moldawien, Rumänien und andere Länder. Entscheidend bei den Einsätzen – ob Hilfsgütertransporte oder Missionsreisen – waren die persönlichen Kontakte, die individuelle Zuwendung.

In persönlichen Gesprächen und Gebeten mit Kranken und Vereinsamten, aber auch mit Drogen- und Alkoholsüchtigen sowie behinderten Menschen, konnte immer wieder die Liebe unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus spürbar werden.

Genauso haben wir es in all den Jahren bei unseren Kindern im Waisenheim praktiziert und erlebt.


Transporte für Krankenanstalten, Behinderte, Landwirtschaften, Katastrophenopfer

 

In den Ländern, die wir besuchten, sahen wir so viel Not – hier musste Abhilfe geschaffen werden. So wurden an verschiedenen Orten Armenspeisungen sowie medizinische und ambulante Krankenbetreuung eingerichtet.

Deshalb transportierten wir Hilfsgüter, Kleidung, Schuhe, sanitäre Einrichtung, OP-Geräte, Krankenhausbetten und Haushaltsgegenstände.

Auch Krankenwagen und Pkws bzw. Kleinbusse fanden ihre dankbaren Adressaten. Lebensmittel und Medikamente waren sehr gefragt, aber auch Verbandsmaterial, Pflegemittel für Kranke und Säuglinge sowie Kindernahrung etc. wurden dringend benötigt.

Per Schiff brachten wir viele Tonnen Lebensmittel aus den USA zu Hungernden nach Krivoi-RogI/Ukraine und verteilten außerdem Reis und Mehl an Pflegeeinrichtungen.

Diese Einrichtungen waren auch für die Versorgung mit Seife und Waschmittel sehr dankbar.

Gebäck und Süßigkeiten erfreuten viele Kinder in den Heimen – besonders zu Ostern und zur Weihnachtszeit.

Wegen der Unterversorgung mit Nahrungsmitteln wurden auch an mehreren Orten landwirtschaftliche Betriebe eingerichtet. Unsere Hilfe zur Finanzierung der Aussaat und zum Transport von Ackergeräten, Mähdrescher und Traktoren, war für unsere Brüder dort besonders segensreich. Für Obdachlose in Überschwemmungs- und Katastrophengebieten (z. B. Rumänien, Ukraine) konnten wiederholt durch mehrere Schwertransporte mit Sattelschleppern dringend notwendige Wohncontainer (Fertighäuser) als neue Bleibe zur Verfügung gestellt werden.

Die Betreuung von Invaliden sowie mehrfach behinderten Menschen (z. B. in Moldawien), machte die Bereitstellung von Rollstühlen, Betten, Gerätschaften, Bettwäsche, aber auch sanitärer Anlagen und Einrichtungsgegenstände notwendig. Das Invalidenzentrum in Kahul mit seinen vielen behinderten Menschen bleibt auch weiterhin auf solche Zuwendungen angewiesen. Schon Jahre vor dem Zusammenbruch des Kommunismus – vor der Perestroika – fuhren wir illegal mit Bibeltransporten und Hilfsgütern hinter den Eisernen Vorhang in die Ukraine und nach Rumänien.

Durch die so entstandenen Kontakte konnten wir die dortige Missionsarbeit, besonders unter Kindern, unterstützen.

In all den Jahren waren wir froh und dankbar, dass sich immer wieder Brüder bereitfanden – trotz Familie, Beruf und sozialer Verpflichtungen – die Risiken dieser Ferntransporte sowie die Gefahren der Straße, der Mafia und der oft unbequemen Wetterlage auf sich zu nehmen.

Nicht zu vergessen sind die helfenden Hände, die z. B. die Kleidung verpackten, die Lagerbestände ordneten, die notwendigen Papiere beschafften oder für die Pflege und Reparatur der Fahrzeuge bereitstanden.

In alldem erkennen wir die Hand unseres Gottes, der Menschen bereit macht, solche treuen Segensdienste zu tun und sich der Not des Nächsten nicht zu verschließen.